Boltenhagen / Geschichte

 Vom Fischerdorf zum Seeheilbad 

Schon seit der Jungsteinzeit ist die Gegend rund um Boltenhagen besiedelt.
Spätestens seit dem 7. Jahrhundert ist das fast durchgängig bewaldete Gebiet fest in slawischer Hand. Doch die Konflikte mit den Deutschen mehren sich im Laufe der folgenden Jahrhunderte und die slawischen Stämme werden immer mehr bedrängt.
Ab Mitte des 12. Jahrhunderts folgen immer mehr deutsche Siedler dem Ruf
Heinrichs des Löwen und lassen sich hier nieder. Viele Ortsnamen (die sogenannten
"-hagen"-Dörfer) haben Ihren Ursprung in den Waldrodungen der neuen Siedler,
so auch Boltenhagen.
1325 tritt Boltenhagen aus dem Dunkel der Geschichte heraus und wird erstmals urkundlich erwähnt. Doch bei den Ereignissen der folgenden Jahrhunderte spielte der kleinen Ort am Meer kaum eine Rolle und Boltenhagen war viele Jahre ein kleines unbekanntes Fischer- und Bauerndorf.

Das sollte sich um 1800 ändern.
historischer BadekarrenDie Grafenfamilie von Bothmer aus Klütz ließ den ersten Badekarren am Strand aufstellen.
Diese eigenartigen Gefährte (eine Art mobile Umkleidekabinen für badelustige Damen) wurden von Pferden rückwärts bis zur Achse ins Wasser geschoben und hinter den heruntergelassenen Planen konnten die ohnehin nicht sehr freizügig bekleideten Damen dann ungesehen mit den Füßen planschen.
Zunächst begegneten die Einheimischen dem "seltsamen Treiben" mit Skepsis.
Doch schon bald war das Baden in der Ostsee als Einnahmequelle entdeckt.
Immer mehr Badekarren wurden am Strand aufgestellt und die ersten Badegäste nahmen in den entstehenden Pensionen und Logierhäusern Quartier.
Boltenhagen ist dank der Badekarren-Initiative der Familie Bothmer das zweitälteste Seebad an der Ostsee und feiert im Jahr 2003 feiert man hier die 200. Badesaison.
 

In der Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte der bekannte niederdeutsche Dichter Fritz Reuter (1810-1874), Mecklenburgs Nationaldichter, zu den begeisterten Gästen Boltenhagens.
Er fand hier die Ruhe und Entspannung für sein künstlerisches Werk. Das Haus, in dem er logierte, kann heute von außen besichtigt werden und wurde unter Denkmalschutz gestellt.

Fritz Reuter

historischer Badekarren
  
1861 gründete Pastor Meyer den Verschönerungsverein, der Promenaden weiter ausbaute und das Anlegen weiterer Parks vorantrieb. 1868 erhielt Boltenhagen eine selbständige Gemeindevertretung mit einem Dorfschulzen an der Spitze, die gleichzeitig die Badeverwaltung wahrnahm.
  
1872 wurde die Entwicklung des Ortes durch eine fürchterliche Sturmflut unterbrochen. Viele Pensionen und Gästehäuser fielen den Launen der Natur zum Opfer, fast der gesamte Ort wurde zerstört. Mit viel Fleiß und Hilfe aus ganz Deutschland entstand ein neues, schöneres Boltenhagen.
  
typische TrachtIn den nächsten Jahrzehnten wuchs Boltenhagen langsam, aber stetig mit der zunehmenden Beliebtheit der Erholung an der See.
Es war nie ein Luxusbad wie Heiligendamm, sondern ein Ferienort für jedermann. Natürlich konnte sich zu Anfang des 20. Jahrhunderts nur die wohlsituierte Mittelschicht einen Urlaub an der Ostsee leisten.

Doch das änderte sich im Laufe der Zeit, genau wie die Bademoden.
Und so war dann irgendwann auch "ganz ohne" nicht mehr verpönt.
  
  

Zu DDR-Zeiten waren es dann jährlich tausende FDGB-Urlauber, die Boltenhagen zu ihrem Feriendomizil machten.

1976 wird Boltenhagen "Staatlich anerkannter Kurort".

 

Postkarte aus den 50er Jahren

Postkarte aus den 50er Jahren 
             

Den größten Aufschwung jedoch nahm das Ostseebad nach der Wende.
Viele tausend Gästebetten sind in Hotels, Pensionen und Ferienhäusern entstanden
und die historische Bäderarchitektur wurde liebevoll restauriert.
Bei allen Baumassnahmen wurde sehr behutsam vorgegangen, um den ursprünglichen Charakter des Ortes zu erhalten, so durfte zum Beispiel keine der Ferienanlagen und Hotels die Baumwipfel überragen.
Die 290 m lange Seebrücke, das heutige Wahrzeichen, wurde 1992 neu erbaut. Fischkutter stechen von hier zum Hochseefischen in See und Ausflugsschiffe legen an, um Passagiere an Bord zu nehmen.
Viele kleine Geschäfte und Boutiquen sowie zahlreiche Restaurants und Cafés laden zum Bummeln und Verweilen ein.
1998 wurde Boltenhagen ein staatlich anerkanntes Seeheilbad und erhielt damit die höchste Auszeichnung für einen Badeort.
die Konzertmuschel 
 Im Jahr 2000 wird das neue Kurhaus wird seiner Bestimmung
 übergeben, 2001 sind zum ersten Mal über eine Million
 Übernachtungen zu verzeichnen und 2002 werden die neue
 Konzertmuschel und die Trinkkurhalle werden eingeweiht.

Konzert in der neuen Kurmuschel

 
2005 tauchte in Boltenhagen ein neues Wahrzeichen auf. Eine Meerjungfrau saß seit dem Neujahrstag auf einem Stein in der Ostsee am Strand. Ein Rechtsstreit um die Meerjungfrau entbrannte im Jahr 2006. Die Figur verschwand in der Nacht zum 27. Februar wieder.
 



Marina Boltenhagen2008 wurden auf der Halbinsel Tarnewitz die neue Marina und der Hotelkomplex "Weisse Wiek" eröffnet.


Auch in nächster Zukunft ist einiges geplant und es sollen vor allem Sport-
und Freizeiteinrichtungen (u.a. auch ein Golfplatz) entstehen.


>> Anekdoten, Fotos und mehr zur Geschichte und Bade-Kultur in Boltenhagen

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